Als sich die Hakenkreuze sehen lassen konnten.
    Ein unvoreingenommener Blick auf die NSDAP-Schau von 1934.
    Am Amazonas, da wohnen unsere Ahnen,
    sie werfen mit Bananen
    und ihre Wut ist echt ...
sang man in einer - leider verschollenen - Operette, die eine wandernde Schauspielergruppe 1949 im Schützenhaus Grimma aufführte, zur großen Erheiterung des Publikums.
    In Nürnberg paradierten unsere Ahnen,
    sie wedelten mit Fahnen
    und ihre Begeisterung war echt ...
erkennt man in einem - fast verschollenem - Film, den die seinerzeit berühmte Leni Riefenstahl 1934 im Kino darbot, mit großem Eindruck auf das Publikum.
    Heute ist die Riefenstahl berüchtigt und ihr Film wohl sogar staatlich unterdrückt, weil die Zustände damals nicht freiheitlich-demokratisch genug waren; welche Staatsaktion leider zeigt, daß es damit heute auch wieder hapert.
    Zunächst einmal: die Vergangenheit ändert sich nicht, indem man sie verschweigt.
    Aber darüber hinaus: was hätte man denn dem Hitler, seiner Partei, ihren Mitgliedern und dem jubelndem Volk 1934 vorwerfen können? Der Krieg und die Konzentrationslager waren schließlich nicht vorauszusehen.
         Daß er gewisse demokratische Einrichtungen abschaffte? Das wirkungslose Gefüge einer Regierungsweise, die sich während der vergangenen vierzehn Jahre als vollkommen unfähig erwiesen und zum wirtschaftlichen Ruin geführt hatte.
         Daß er Bücher verbrannte, die er nicht mochte? Das fiele ja unter das Recht der freien Meinungsäußerung. Daß er selbige Bücher staatlich unterdrückte? Allerdings höchst verwerflich, aber, ahem, auch heute nicht unbekannt, siehe oben. Und wenn Zehntausende plötzlich wieder Arbeit fanden - hätte sie dies besonders aufregen sollen? War es nicht ein von der politischen Linken ganz besonders geschätzter Schreiber namens Bertold Brecht, der da verkündete: Erst kommt das Fressen, dann die Moral?
         Daß er nationalistische Begeisterung anfachte? Ist ja in "Gottes eigenem Lande", Amerika, wieder hochmodern - sogar aus dem unwahrscheinlichsten Anlaß: nach dem Anschlag vom 11. September, als an allen Straßen die Schilder auftauchten "Proud to be American!" Sie hätten besser sagen sollen: "Have been dumb, must pay attention!" Will man's den Deutschen verübeln, als die Zustände nicht schlechter, sondern besser zu werden versprachen? Aus damaliger Sicht war die Begeisterung der Menschen nicht nur echt, sondern auch gerechtfertigt.

     Hitlers Anflug über das alte Nürnberg ....
     .... wo mannigfaches Fußvolk einmarschiert.

     Da brauchen wir nur den Arm zu sehen, um zu wissen ....