.... wer hier bejubelt wird.      Alles angeordnet und geheuchelt?
    Ebenso die Begeisterung der Teilnehmer, sowie Riefenstahls vermutliche Begeisterung bei der Zusammenstellung des Films. Die Organisation dieser Massenversammlung und die Disziplin der Teilnehmer waren phantastisch. Schon die Lautsprecheranlage bei den Großkundgebungen muß, für den damaligen technischen Stand, erstaunlich gewesen sein. Und Hitler war in der Tat ein großartiger Redner; daß er auch ein gewissenloser Politiker und ein lausiger Generalfeldmarschall war, stellte sich leider erst später heraus. 1934 war die deutsche Welt für kurze Zeit in Ordnung, in einer zwar ungewöhnlichen, aber für die Beteiligten sicher aufregenden Weise. Es nützt niemals, die Vergangenheit zu verschleiern, und es macht wenig Sinn, gelegentliche Lichtblicke unter den Scheffel zu stellen.
    Wäre irgend etwas anders gekommen, wenn der Parteitag nicht stattgefunden, wenn ihn Leni Riefenstahl nicht meisterlich eingefangen hätte?
    Ja, wenn die wirtschaftlichen Zustände der Weimarer Republik Hitler gestattet hätten, Architektur zu studieren.
    Oder wenn er wenigstens sächsisch geredet hätte!
    Später? Wo waren die Selbstmordattentäter wenn man sie brauchte?
    Und was verübelte man der Leni hinterher? Sie zeigte alles genau, wie es war, und sonst gar nichts - der zweistündige Film enthält kein einziges begleitendes Wort von irgend jemandem. Sie machte keine Propaganda für die NSDAP - die Veranstaltung tat es selbst; und eigentlich ohne Verfälschung von Tatsachen. So, worin bestand ihre Untat? Der getreuliche Bote unerfreulicher Nachrichten? Shoot the messenger!

     Wohl kaum.

     Freude und Wohlwollen sind beiderseitig ....