Verlorene Schätze - fast oder ganz
    und wehmütige Betrachtungen betreffend derselben.
    Ich war schon immer ein movie fan - hab' mir gern Filme angesehen. Der eine oder andere berückende Streifen aus den frühen 1950ern ist mir in freundlicher Erinnerung geblieben, wie ein optischer Ohrwurm. Manche dieser Filme wurden hie und da gezeigt, vielleicht im Fernsehen, oder man konnte sie auf Band, oder neuerlich DVD, erwerben. Andere hingegen, obwohl seinerzeit ebenfalls toll erfolgreich, waren verschollen. Das ist umso unverständlicher als einige davon die Hauptdarsteller bekannt und berühmt machten.
    Auf daß die Spur von ihren Erdentagen nicht vollkommen in Äonen untergehen möge, beschloß ich, diesen kleinen Erinnerungsbericht zu verfassen. Bei der Forschung nach Einzelheiten und Bildern stellte es sich heraus, daß verschiedene dieser Filme ganz letzthin nun doch auf DVD herausgegeben wurden. Better late than never! Aber die Freude ist nicht ungetrübt, denn einige davon erschienen nur in Europa und sind daher in Amerika schwer zu bestellen und noch schwieriger abzuspielen. Deswegen, und im Hinblick auf ihre sträfliche 50-jährige Abwesenheit, sind sie hier dennoch mit aufgeführt.
     Zum Beispiel, als ich im Sommer 1951 aus der Ostzone nach Lübeck kam, lief da dieser französische Streifen mit einem neuen, 17-jährigen Sexkitten namens
      Brigitte Bardot
bei viel Reklame an den Litfaßsäulen, auf denen sie kurvenreich im Bikini prangte. Das tat sie auch ausgiebig im Film, wo sich das zwanglos ergab, da sie die Tochter eines Leuchtturmwärters darstellte und sich daher hauptsächlich am Strand aufhielt. An diesem tummelten sich natürlich auch ein paar Männer, und irgendwie tauchten die nach phoenizischen Tontöpfen, aber das war schon damals unwichtig - BB die Augenweide war die Hauptsache.
     Wie die Internet Movie Database weiß, lautete der französische Titel
      Manina, la fille sans voile
- das Mädchen ohne Hüllen. Den deutschen Titel habe ich vergessen, aber ganz so freimütig war er sicher nicht. Dabei hatten wir noch Glück: die deutsche Obrigkeit beschränkte sich darauf, für ihrer Untertanen Seelenfrieden nur eine Minute aus dem Original zu unterdrücken. In Amerika, unserem sweet land of liberty, schnitten die Zensoren gleich zehn Minuten 'raus. Dafür durften ihn dann allerdings auch die Kindlein unter achtzehn anschauen, die in Deutschland nur ihre Hälse recken konnten.
     Nun zeigt die IMDb zur großen Überraschung, daß es den Film neuerdings auf DVD gibt, in Frankreich unter dem ursprünglichen Titel und in England, umständlich und weniger verlockend (aber mit derselben Spieldauer), als
     Manina,
     The Lighthouse Keeper's
     Daughter
.
Ein französisches DVD-Versandunternehmen hielt es unter seiner Würde, meine (englische) Anfrage zu beantworten - oder kann kein Englisch; außerdem verwenden die womöglich noch ihr SECAM system, das in Amerika kaum spielbar ist. Zwei englische Versandhäuser mögen nichts nach Amerika liefern. Doch die Deutschen kamen zur Rettung: Amazon.de schätzte sich glücklich, die Leuchtturmstochter von England zu im- und sodann nach Pennsylvania zu exportieren.
     Es ist nicht klar, worüber sich der deutsche, und vor allem der amerikanische Vater Staat seinerzeit so aufregte: ganz hüllenlos zeigt sich die liebe Manina keineswegs - die Hüllen fallen nur bis zur braven weißen Unterwäsche. Die enthält allerdings nur so viel Quadratcentimeter Textilien wie ihr schwarzer Bikini. Natürlich schaut sie lecker in beiden aus, und süß ist sie überhaupt.
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BB wie wir sie kennen, aber ...

... damals war sie noch dunkelhaarig ...

... wie auch auf dem französischen Plakat.

Die Neuausgabe
hat die richtige Idee.
Endlich eine Abwechslung
auf der Insel!

   Ach, wir kennen uns ja
   von vor fünf Jahren!

   Das ist doch der nette
   Gérard, ...

   ... und diesmal hat er
   einen flotten Kahn ...

   ... und 'ne tolle
   Tauchausrüstung!

   Das wird gleich
   der Mutter berichtet.

Sommernacht mit Gérard - aber nur ein Küßchen.

   Dem ollen Käpt'n
   entschlüpft.

Ein unschuldiges Sonnenbad bringt ...

... den Gérard an Land, ...

... der aufgeregt über den gehobenen
Schatz erzählt.

Himmlisch!
     Aber ...

... dein Schiff haut ab!

Es ist schon ganz weit draußen!

Wie weit will er denn hinterschwimmen?



Er schafft den Rückweg nicht! Nichts wie hinein!

Manina hat ihn 'rausgezogen - mehr tot als lebendig

Aber sie wird ihn schon wieder hochpäppeln.

Die letzte Goldmünze - zurück ins Meer!